Oder: Warum wir irgendwann Türen schließen mussten, obwohl wir uns ein Zuhause mit offenen Türen gewünscht hatten.
Als Momo im Januar 2025 bei uns einzog, war ich voller Zuversicht.
Natürlich wusste ich, dass eine vierte Katze Veränderungen mit sich bringen würde. Aber wir hatten bereits Erfahrung mit der Zusammenführung von Katzen gesammelt. Und diesmal schien zunächst vieles erstaunlich gut zu funktionieren.
Besonders zwischen Momo und Nepi entwickelte sich eine richtige Katerfreundschaft.
Die beiden spielten miteinander, rauften, jagten sich durchs Haus und lagen später sogar gemeinsam auf dem Sofa.
Wenn Momo zu stürmisch wurde, bekam er von Nepi auch schon mal ein paar schnelle Pfotenhiebe verpasst.
Unser kleiner Muhammad Ali wusste sich schließlich zu behaupten. 😂
Ich dachte damals, dass wir auf einem guten Weg wären.
Leider sollte es anders kommen.

Wenn aus Neugier plötzlich Stress wird
Momo ist ein unglaublich menschenbezogener, neugieriger und temperamentvoller Kater.
Er möchte überall dabei sein, alles untersuchen und am liebsten mit jedem Kontakt aufnehmen.
Was bei Nepi meistens funktionierte, wurde für Chloe zunehmend zum Problem.
Denn Chloe ist völlig anders.
Sie braucht Sicherheit, Verlässlichkeit und vor allem die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wie viel Nähe sie zulassen möchte.
Doch Momo ließ sich von ihren Abwehrsignalen nicht immer beeindrucken.
Er folgte ihr, wollte zu ihr und ließ sich nur schwer davon abbringen.
Anfangs hoffte ich noch, dass sich die beiden irgendwie arrangieren würden.
Aber im Laufe des Sommers 2025 wurde immer deutlicher, dass Chloe unter der Situation litt.
Meine selbstbewusste Chloe zog sich zurück
Besonders im Garten fiel mir die Veränderung auf.
Chloe konnte ihre Runden nicht mehr unbeschwert drehen, weil Momo ihr immer wieder folgte.
Irgendwann saß sie häufig unter dem Terrassentisch und traute sich kaum noch hervor.
Auch im Haus wurde sie zunehmend unsicher.
Hinter unserem Kamin gibt es einen schmalen Bereich, in den Chloe sich zurückziehen kann.
Dieser Platz wurde damals immer häufiger zu ihrem Zufluchtsort.
Manchmal genügte schon ein Geräusch von Momo an einer Tür, und Chloe verschwand hinter dem Kamin.
Dabei war Momo noch gar nicht in ihrer Nähe.
Ich fand das unglaublich traurig.
Meine Chloe, die so selbstbewusst auftreten kann, die mir ihre Meinung lautstark mitteilt und sich normalerweise nicht die Butter vom Brot nehmen lässt, hatte plötzlich Angst in ihrem eigenen Zuhause.
Und ich hatte lange gehofft, dass sich alles noch von allein verbessern würde.
Auch Eva wurde immer vorsichtiger
Mit etwas Verzögerung veränderte sich auch Evas Verhalten.
Unsere vorsichtige Beobachterin wich Momo zunehmend aus und bewegte sich weniger entspannt durch Haus und Garten.
Die Stimmung zwischen den Katzen wurde immer angespannter.
Besonders schlimm waren manche Abende und Nächte.
Es gab Verfolgungsjagden, Geschrei und Situationen, in denen ich regelrecht aus dem Schlaf hochschreckte.
Irgendwann war klar: So konnte es nicht weitergehen.
Und gleichzeitig tat mir auch Momo leid.
Denn ich sah in ihm keinen bösen Kater.
Ich sah einen jungen, temperamentvollen Wirbelwind, der Kontakt suchte und offenbar nicht verstand, wie bedrohlich seine Annäherungen für Chloe und Eva geworden waren.
Ich liebte alle vier Katzen. Aber ihre Bedürfnisse passten plötzlich nicht mehr zusammen.
Eine Tür, die ich eigentlich nie schließen wollte
Im Herbst 2025 trafen wir deshalb eine Entscheidung, die ich mir früher überhaupt nicht hätte vorstellen können.
Wir trennten den Schlafzimmerbereich vom übrigen Haus.

Zusätzlich richteten wir eine chipgesteuerte Katzenklappe ein, durch die Eva, Chloe und Nepi gelangen konnten, Momo aber nicht.
Damit bekamen die Mädchen endlich wieder einen geschützten Rückzugsbereich.
Später gingen wir noch einen Schritt weiter und trennten die Katzen konsequenter.
Auch die Gartenzeiten wurden organisiert.
Die Mädchen bekamen ihre Zeiten.
Die Jungs ihre.
Aus unserer vierköpfigen Katzenfamilie waren plötzlich zwei Teams geworden.
Team Eva und Chloe.

Team Nepi und Momo.

Und Maic und ich?
Wir wurden zu Türstehern, Zeitmanagern und gelegentlich ziemlich erschöpften Revierverwaltern. 🙈
War das wirklich die richtige Entscheidung?
Am Anfang fühlte sich die Trennung für mich wie eine Niederlage an.
Ich hatte mir unser Zusammenleben schließlich ganz anders vorgestellt: vier Katzen, die gemeinsam durchs Haus laufen, im Garten liegen und sich vielleicht sogar irgendwann alle zusammen auf dem Sofa einkuscheln.
Stattdessen mussten wir Türen schließen und darauf achten, welche Katze sich gerade wo aufhielt.
Aber dann bemerkte ich etwas Entscheidendes.
Chloe wurde wieder entspannter. Eva bewegte sich freier durch Haus und Garten. Beide konnten ihre vertrauten Plätze wieder genießen, ohne ständig auf der Hut sein zu müssen.
Und auch Nepi und Momo hatten weiterhin ihren gemeinsamen Alltag.
Langsam wurde mir klar, dass die Trennung nicht unbedingt eine Niederlage war.
Manchmal bedeutet eine geschlossene Tür eben auch ein Stück Sicherheit. ❤️
Und wie geht es jetzt weiter?
Inzwischen haben wir uns mit unseren zwei Teams und den dazugehörigen Abläufen ganz gut arrangiert.
Aber natürlich wünsche ich mir weiterhin, dass irgendwann mehr möglich sein wird.
Wir haben schon einiges versucht, manches hat funktioniert, anderes leider überhaupt nicht. Und manchmal hatte ich das Gefühl, dass wir uns eher im Kreis drehen.

Deshalb möchten wir noch einmal einen neuen Weg einschlagen – diesmal mit professioneller Unterstützung.
Ob unsere vier Katzen irgendwann wieder gemeinsam durchs Haus laufen können? Keine Ahnung.
Vielleicht machen wir Fortschritte, vielleicht gibt es Rückschläge. Und vielleicht müssen wir auch akzeptieren, dass unser Zusammenleben anders aussehen wird, als wir es uns ursprünglich vorgestellt haben.
Aber Eva, Chloe, Nepi und Momo gehören alle zu unserer Familie. Und wir möchten für jeden von ihnen einen guten Weg finden.
Wie dieser Weg aussehen wird, wissen wir noch nicht. Aber wir werden euch davon erzählen. ❤️🐾
Und jetzt würde mich interessieren: Habt ihr auch schon einmal erlebt, dass sich eure Katzen einfach nicht miteinander verstanden haben? Wie habt ihr das Zusammenleben organisiert?






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